Feuerwehrhaus

Das Gebäude der FW Falkenburg

In den Anfangsjahren diente ein Schuppen bei Ricklefs Gasthof als Falkenburger Spritzenhaus. In diesem Gebäude war die von der Gemeinde übernommene Handdruckspritze untergebracht. Der Giebel des Gebäudes wurde von den Kameraden so umgebaut, dass man daran Leiterübungen durchführen konnte.
Erst als Mitte der dreißiger Jahre ein allgemeiner wirtschaftlicher Aufschwung einsetzte, war es der Gemeinde möglich, auch für die Freiwillige Feuerwehr Falkenburg ein angemessenes Spritzenhaus zu bauen.
Das neue Spritzenhaus am Alten Postweg wurde in den Jahren 1936/37 nach den Plänen des Architekten Ernst Behrens erbaut. Neben einer Wagenhalle mit zwei Einstellplätzen und einem Waschplatz für Schläuche, wurde ein Schlauchtrockenturm und ein Anbau mit Toilettenräumen errichtet. Die Toiletten mussten auch von den Schülern der nahen Schule benutzt werden. Im Obergeschoss des Bauwerks befand sich ein großer Raum, der zunächst als Heim für die Hitlerjugend und später als Berufsschule genutzt wurde.
Das neue Haus wurde der Falkenburger Wehr 1937 durch den damaligen Bürgermeister Friedrich Strudthoff übergeben. Die Baukosten hatten ca. 20.000 Reichsmark betragen.
2 Einsatzfahrzeuge standen bis 1945 in dem Gebäude. Am Ende des Krieges war das Spritzenhaus durch Granatsplitter schwer beschädigt. Die Einsatzfahrzeuge waren demoliert bzw. durch abziehende Soldaten mitgenommen worden.
Ohne Einsatzfahrzeuge und mit einem schwer beschädigten Gerätehaus begann der Wiederaufbau nach dem Kriege. Das Gebäude wurde repariert und im Obergeschoss eine Wohnung für den Gerätewart eingerichtet.
Als erstes Einsatzfahrzeug nach dem Kriege kam ein gebrauchtes Löschfahrzeug LF 15 in die Wagenhalle, das im Krieg schon in Wilhelmshaven eingesetzt worden war.
1949 zog Jans Janhsen mit seiner Frau Marga in die Oberwohnung ein und wurde Gerätewart der Wehr. Da es an allem fehlte, musste überall improvisiert werden. Hierfür war Jans Janhsen der richtige Mann. Mit großem persönlichen Engagement und mit Hilfe seiner guten Beziehungen gelang es ihm, das Gerätehaus, das LF 15 als Einsatzfahrzeug und die Ausrüstung der Wehr über die Jahre instand zuhalten und zu verbessern.
Als in den sechziger Jahren ein weiteres Einsatzfahrzeug - ein Vorauslöschfahrzeug(VLF) des Zivilschutzes - in die Fahrzeughalle gestellt werden musste und Familie Janhsen mittlerweile auf 7 Personen angewachsen war, wurde es eng im Gerätehaus.
Anfang der siebziger Jahre reiften deshalb Pläne für eine Erweiterung des Gebäudes. Mehrere Modelle standen zur Auswahl. Man entschied sich für einen Flachdachanbau mit einer Wagenhalle und 2 Einfahrten, einem Unterrichts- und Aufenthaltsraum und einer Teeküche. Eine neue Sanitäranlage sollte im alten Anbau entstehen.
Das neue Feuerwehrgerätehaus wurde 1975 im Auftrag der Gemeinde Ganderkesee in ca. 30 Wochen Bauzeit errichtet. Das alte Gerätehaus baute man so um, dass es ganz als Einfamilienwohnung für den Gerätewart zur Verfügung stand. Die Baukosten beliefen sich auf insgesamt ca. 250.000 DM.
Als das neue Feuerwehrgerätehaus am 18. November 1975 durch Bürgermeister Helmut Denker feierlich übergeben wurde, bezeichnete Ortsbrandmeister Alfred Meyer das Gebäude als „Stolz der ganzen Wehr" und Familie Janhsen war glücklich, nun endlich in neuen und größeren Räumen wohnen zu können.
Bereits 1976 konnte die Feuerwehr Falkenburg ein weiteres Fahrzeug -einen VW-Bus - als Mannschaftstransportwagen in Besitz nehmen. In der Fahrzeughalle stand dieses Fahrzeug in der Mitte zwischen den beiden Einsatzfahrzeugen ohne eine eigene Ausfahrt. Als man 1989 das alte Löschgruppenfahrzeug LF8 durch ein modernes, größeres Fahrzeug ersetzte, wurde es wieder eng in der Fahrzeughalle. Als auch noch das Dach des Feuerwehrhauses undicht wurde und ständig Wasser im Aufenthaltsraum und in der Fahrzeughalle stand, reifte in der Wehr der Wunsch nach einer Aufstockung des Flachdachbaus mit einem Satteldach.
Erste Schätzungen der Gemeindeverwaltung ergaben Baukosten von ca. 380.000 DM für einen derartigen Umbau. Dies war viel Geld; der gewünschte Umbau erschien nicht realisierbar. Aber warum sollte in einer Wehr, in der die Eigenleistung der Kameraden immer eine große Rolle gespielt hatte, nicht auch diese Hürde zu überwinden sein. Intensive Verhandlungen zwischen der Gemeindeverwaltung und der Feuerwehrführung begannen.
Im August 1993 war es schließlich so weit. Die Gemeinde Ganderkesee hatte für den Umbau 215.000 DM bereitgestellt, der Falkenburger Architekt Ludwig Mester hatte die Bauplanung und Bauleitung übernommen und die Falkenburger Feuerwehrleute waren bereit, für ca. 140.000 DM Eigenleistungen an diesem Umbau zu erbringen.
Es wurde kräftig in die Hände gespuckt und bereits im September 1993 hing die Richtkrone über dem Gebäude. Aber erst 17 Monate später war der Umbau fertig. In diesen Monaten hatten die Falkenburger Feuerwehrleute an 134 Tagen - darunter 76 Sonnabende - ca. 5500 Stunden auf dem Bau gearbeitet. Sämtliche Zimmerer-, Dachdecker-, Elektro-, Leichtbau-, Fußboden- und Malerarbeiten wurden von Feuerwehrleuten durchgeführt und auch die restlichen Maurerarbeiten mussten noch erledigt werden, als die beauftragte Baufirma in Konkurs ging.
Aber auch Wehrfreunde halfen mit. Neben denn Architekten Ludwig Mester war es vorwiegend die Firma Meyer's Zimmerei von Günter Meyer, die kostenlos ihre Werkstatt, ihre Werkzeuge und ihren Fuhrpark zur Verfügung stellte. Herbert Stöver führte in seiner Freizeit sämtliche Sanitär-, Heizungs- und Klempnerarbeiten aus und Heiko Timmermann machte die nötigen Tischlerarbeiten.
Um das leibliche Wohl der Freizeitarbeiter kümmerte sich Familie Sabelgunst, die als Gerätewartfamilie nicht nur eineinhalb Jahre kein ruhiges Wochenende hatte, sondern auch jeden Sonnabend morgen für ein ausgezeichnetes Frühstück sorgte und damit an der guten Arbeitsmoral auf dem Bau großen Anteil hatte.
Als der Umbau am 17. Juni 1995 durch Bürgermeister Hans-Christian Schack und Gemeindedirektor Gerold Sprung feierlich übergeben wurde, konnte Ortsbrandmeister Horst-Dieter Meyer neben den Gemeinde- und Feuerwehrspitzen eine große Zahl von Dorfbewohnern, Nachbarn und Vereinsabordnungen begrüßen. Und die Falkenburger Feuerwehrleute konnten zufrieden feststellen, dass durch ihre eigene Arbeit neben einem großen Unterrichts- und Aufenthaltsraum, eine Teeküche, ein Büroraum, ein Lagerraum, eine Werkstatt, eine Damentoilette, ein Treppenhaus und ein dritter Fahrzeugstellplatz entstanden war. Alle Räume - auch die alten - waren frisch renoviert und die zwischenzeitlich gegründete Jugendabteilung hatte auch noch genügen Platz für die Unterbringung ihrer Ausrüstung bekommen.
Und alle waren sich einig, dass hier ein Feuerwehrhaus entstanden war, das auch dem Auge etwas bieten und damit zur Verschönerung des Dorfes beitragen würde.






 


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