Die Führungskräfte der Feuerwehr Falkburg
Auf der ersten Generalversammlung am 23. November 1925 wurde der Landwirt Dietrich Vosteen zum Hauptmann und ersten Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Falkenburg gewählt. Hauptzugführer und damit sein Stellvertreter wurde der Landwirt August Blankemeyer. Der Gastwirt Ernst Ricklefs wurde als Adjutant mit der Verwaltung der Mitgliederlisten, der Protokoll- und der Kassenführung betraut. Ihm verdanken wir das gut erhaltene Protokollbuch aus den Anfangsjahren der Wehr. Zum „engeren Vorstand" gehörten auch Schlauchmeister Heinrich Butt und Steigerführer Wilhelm Pecht.
Bereits 1928 mußte der „Vorstand" der Wehr umgebildet werden. Der 1. Zugführer August Blankemeyer verzog nach „Moorhausen". Um den Aufbau der Wehr hatte er sich in der kurzen Zeit schon sehr verdient gemacht; deshalb wurde er durch einstimmigen Beschluss der Generalversammlung zum Ehrenmitglied ernannt. Als „Ehrengeschenk" durfte er seine Uniform behalten.
Es soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass August Blankemeyer 1935 maßgeblichen Anteil an der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Altmoorhausen hatte. Er wurde erster Wehrführer in Altmoorhausen und blieb es über die Kriegsjahre bis 1951.
Nachfolger von August Blankemeyer als 1. Zugführer in der Falkenburger Wehr wurde der Stellmacher Heinrich Butt. Kamerad Butt hatte offenbar viel Freude an öffentlichen Ämtern, den er war schon seit 1919 Vorsitzender des Falkenburger Turnvereins. Außerdem ist überliefert, dass Heinrich Butt 1930 zu den ersten ehrenamtlichen Lehrkräften an der „Heim- und Ausbildungsstätte Haus Osterberg" - der heutigen Niedersächsischen Landesfeuerwehrschule Loy - gehörte.
Nach der Machtübernahme durch die NSDAP im Jahr 1933 änderte sich vieles in der Wehr. Hauptmann Dietrich Vosteen schied aus dem aktiven Dienst aus und wurde für seine Verdienste zum Ehrenbrandmeister ernannt. Seinen Stellvertreter Heinrich Butt, der bereits 1932 die Führung des Falkenburger Turnvereins an Johann Behrens abgegeben hatte, bestimmte man zum neuen Wehrführer in Falkenburg.
Ein Bericht aus dem Protokollbuch beschreibt kurz und eindringlich die Situation nach 1933 und das Schicksal des Wehrführers Heinrich Butt: „Die Zügel wurden von der Partei immer straffer angezogen, so dass mancher mit sich in Zwiespalt kam und sich fragte: Machst du noch weiter oder trittst aus der Wehr aus. So ging es auch dem Führer unserer Wehr Kamerad Butt. Als er nicht mehr aus noch ein wusste, schied er im Jahr 1937 freiwillig aus dem Leben.“
Nach diesem Schicksalsschlag ernannte Kreisbrandmeister Karl Stöver den Landwirt Hermann Meyer - Schwiegersohn von Ehrenbrandmeister Dietrich Vosteen - zunächst kommissarisch und ab November 1937 offiziell bestätigt zum „Brandmeister und Führer des Feuerlöschhalbzuges Falkenburg".
„Feuerlöschpolizei Ganderkesee, Halbzug Falkenburg", so hieß die Feuerwehr Falkenburg ganz offiziell während des Dritten Reichs.
Hermann Meyer führte die Wehr mit viel Geschick durch die sicherlich schwierigste Zeit ihres Bestehens. Nicht nur während des Krieges mit schwersten Einsätzen und ständiger Personalnot, auch beim Wiederaufbau nach dem Kriege war Hermann Meyer mit Willenskraft und Weitblick bei der Sache. Mit anfangs nur 32 Männern - zunächst ohne Fahrzeuge und ohne Gerät - konnte er in Falkenburg wieder eine funktionierende Freiwillige Feuerwehr aufbauen.
Als er 1960 im Alter von fast 67 Jahren das Amt des Ortsbrandmeisters in jüngere Hände legen wollte, hatte er seinen Nachfolger schon aufgebaut. Es war sein Neffe und Adoptivsohn, der Landwirt Alfred Meyer.
Auf der Generalversammlung am 9. Februar 1960 wurde Alfred Meyer zum neuen Ortsbrandmeister gewählt. Sein Stellvertreter wurde Jans Janhsen, der sich schon seit gut 10 Jahren als überaus aktiver und akkurater Gerätewart der Wehr einen Namen gemacht hatte.
Hermann Meyer erhielt auf Grund seiner großen Verdienste und seines jahrelangen Einsatzes für die Freiwilligen Feuerwehr die Ernennung zum Ehrenbrandmeister.
Ortsbrandmeister Alfred Meyer und sein Stellvertreter Jans Janhsen standen 17 Jahre lang gemeinsam an der Spitze der Falkenburger Feuerwehr. Die von Hermann Meyer begonnene Aufbauarbeit wurde fortgesetzt hin zu einer gut motivierten, gut ausgebildeten und gut ausgestatteten Ortsfeuerwehr.
Ortsbrandmeister Alfred Meyer wurde auf Grund seiner ruhigen und auf Ausgleich bedachten Art auch in den anderen Feuerwehren der Gemeinde geschätzt. So lag es nahe, dass ihm 1962, nach dem Tod von Gemeindebrandmeister Ahlers und dem Aufstieg von Dietrich Eilers (beide FF Ganderkesee) in dieses Position, das Amt des stellvertretenden Gemeindebrandmeisters übertragen wurde.
Im November 1975 wurde Alfred Meyer dann - zunächst kommissarisch und ab 1977 regulär bestätigt - Gemeindebrandmeister der 6 Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Ganderkesee. Es war ihm nicht vergönnt, dieses Amt lange auszuführen. Im Dezember 1978 verstarb er plötzlich und unerwartet im Alter von 51 Jahren.
Alfred Meyers Nachfolger als Ortsbrandmeister wurde 1977 sein langjähriger Vertreter, der Kraftfahrer Jans Janhsen. Zum neuen stellvertretenden Ortsbrandmeister wählten die Falkenburger Kameraden den Landwirt Hergen Stolle.
Im Jahre 1982 wurde Horst-Dieter Meyer stellvertretender Ortsbrandmeister, nachdem Hergen Stolle seine Funktion aus beruflichen Gründen wieder zur Verfügung gestellt hatte. Ein Generationswechsel fand 1985 in der Führung der Falkenburger Wehr statt. Da Jans Janhsen mit 62 Jahren die gesetzlich vorgeschriebene Altersgrenze erreicht hatte und aus dem aktiven Dienst ausscheiden musste, wurde der Betriebsingenieur Horst-Dieter Meyer - ein Sohn von Alfred Meyer - auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zum neuen Ortsbrandmeister der Feuerwehr Falkenburg gewählt.
Im Alter von 31 Jahren übernahm er die Führung der Wehr und war damit jüngster Ortsbrandmeister im Landkreis Oldenburg. Damit stand in der 4. Generation ein Mitglied der Familie Vosteen - Meyer an der Spitze der Falkenburger Feuerwehr. Sein Vertreter wurde damals der Maschinenschlosser Hans-Georg von Essen.
Am 23. November 1985, dem 60. Jahrestag der Gründungsversammlung, wurden Jans Janhsen und seine Frau Marga feierlich verabschiedet. Beide waren 36 Jahre lang als Gerätewart-Ehepaar und Bewohner des Feuerwehrhauses immer für die Belange der Feuerwehrkameraden da gewesen und hatten das Auf und Ab in der Feuerwehr Falkenburg hautnah miterlebt. 17 Jahre lang war Jans Janhsen stellvertretender Ortsbrandmeister und 8 Jahre Ortsbrandmeister gewesen. Grund genug, ihn an diesem Tage für seine Verdienste zum Ehrenortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Falkenburg zu ernennen.

Während Horst-Dieter Meyer noch heute an der Spitze der Falkenburger Wehr steht, verstarb sein Stellvertreter Hans-Georg von Essen im Jahr 1997 plötzlich und unerwartet im Alter von knapp 49 Jahren.
Nach diesem Schicksalsschlag wählten die Falkenburger Kameraden den Radio- und Fernsehtechnikermeister Hartmut Hutfilter zum neuen stellvertretenden Ortsbrandmeister.
Mit Horst-Dieter Meyer und Hartmut Hutfilter an der Spitze und mit Jans Janhsen als Ehrenortsbrandmeister begeht die Freiwillige Feuerwehr Falkenburg nun im Jahr 2000 ihr 75-jähriges Jubiläum.
 
Das Gebäude der Feuerwehr Falkenburg
 
In den Anfangsjahren diente ein Schuppen bei Ricklefs Gasthof als Falkenburger Spritzenhaus. In diesem Gebäude war die von der Gemeinde übernommene Handdruckspritze untergebracht. Der Giebel des Gebäudes wurde von den Kameraden so umgebaut, dass man daran Leiterübungen durchführen konnte.
Erst als Mitte der dreißiger Jahre ein allgemeiner wirtschaftlicher Aufschwung einsetzte, war es der Gemeinde möglich, auch für die Freiwillige Feuerwehr Falkenburg ein angemessenes Spritzenhaus zu bauen.
Das neue Spritzenhaus am Alten Postweg wurde in den Jahren 1936/37 nach den Plänen des Architekten Ernst Behrens erbaut. Neben einer Wagenhalle mit zwei Einstellplätzen und einem Waschplatz für Schläuche, wurde ein Schlauchtrockenturm und ein Anbau mit Toilettenräumen errichtet. Die Toiletten mussten auch von den Schülern der nahen Schule benutzt werden. Im Obergeschoss des Bauwerks befand sich ein großer Raum, der zunächst als Heim für die Hitlerjugend und später als Berufsschule genutzt wurde.
Das neue Haus wurde der Falkenburger Wehr 1937 durch den damaligen Bürgermeister Friedrich Strudthoff übergeben. Die Baukosten hatten ca. 20.000 Reichsmark betragen.
2 Einsatzfahrzeuge standen bis 1945 in dem Gebäude. Am Ende des Krieges war das Spritzenhaus durch Granatsplitter schwer beschädigt. Die Einsatzfahrzeuge waren demoliert bzw. durch abziehende Soldaten mitgenommen worden.
Ohne Einsatzfahrzeuge und mit einem schwer beschädigten Gerätehaus begann der Wiederaufbau nach dem Kriege. Das Gebäude wurde repariert und im Obergeschoss eine Wohnung für den Gerätewart eingerichtet.
Als erstes Einsatzfahrzeug nach dem Kriege kam ein gebrauchtes Löschfahrzeug LF 15 in die Wagenhalle, das im Krieg schon in Wilhelmshaven eingesetzt worden war.
1949 zog Jans Janhsen mit seiner Frau Marga in die Oberwohnung ein und wurde Gerätewart der Wehr. Da es an allem fehlte, musste überall improvisiert werden. Hierfür war Jans Janhsen der richtige Mann. Mit großem persönlichen Engagement und mit Hilfe seiner guten Beziehungen gelang es ihm, das Gerätehaus, das LF 15 als Einsatzfahrzeug und die Ausrüstung der Wehr über die Jahre instand zuhalten und zu verbessern.
Als in den sechziger Jahren ein weiteres Einsatzfahrzeug - ein Vorauslöschfahrzeug(VLF) des Zivilschutzes - in die Fahrzeughalle gestellt werden musste und Familie Janhsen mittlerweile auf 7 Personen angewachsen war, wurde es eng im Gerätehaus.
Anfang der siebziger Jahre reiften deshalb Pläne für eine Erweiterung des Gebäudes. Mehrere Modelle standen zur Auswahl. Man entschied sich für einen Flachdachanbau mit einer Wagenhalle und 2 Einfahrten, einem Unterrichts- und Aufenthaltsraum und einer Teeküche. Eine neue Sanitäranlage sollte im alten Anbau entstehen.
Das neue Feuerwehrgerätehaus wurde 1975 im Auftrag der Gemeinde Ganderkesee in ca. 30 Wochen Bauzeit errichtet. Das alte Gerätehaus baute man so um, dass es ganz als Einfamilienwohnung für den Gerätewart zur Verfügung stand. Die Baukosten beliefen sich auf insgesamt ca. 250.000 DM.
Als das neue Feuerwehrgerätehaus am 18. November 1975 durch Bürgermeister Helmut Denker feierlich übergeben wurde, bezeichnete Ortsbrandmeister Alfred Meyer das Gebäude als „Stolz der ganzen Wehr" und Familie Janhsen war glücklich, nun endlich in neuen und größeren Räumen wohnen zu können.
Bereits 1976 konnte die Feuerwehr Falkenburg ein weiteres Fahrzeug -einen VW-Bus - als Mannschaftstransportwagen in Besitz nehmen. In der Fahrzeughalle stand dieses Fahrzeug in der Mitte zwischen den beiden Einsatzfahrzeugen ohne eine eigene Ausfahrt. Als man 1989 das alte Löschgruppenfahrzeug LF8 durch ein modernes, größeres Fahrzeug ersetzte, wurde es wieder eng in der Fahrzeughalle. Als auch noch das Dach des Feuerwehrhauses undicht wurde und ständig Wasser im Aufenthaltsraum und in der Fahrzeughalle stand, reifte in der Wehr der Wunsch nach einer Aufstockung des Flachdachbaus mit einem Satteldach.
Erste Schätzungen der Gemeindeverwaltung ergaben Baukosten von ca. 380.000 DM für einen derartigen Umbau. Dies war viel Geld; der gewünschte Umbau erschien nicht realisierbar. Aber warum sollte in einer Wehr, in der die Eigenleistung der Kameraden immer eine große Rolle gespielt hatte, nicht auch diese Hürde zu überwinden sein. Intensive Verhandlungen zwischen der Gemeindeverwaltung und der Feuerwehrführung begannen.
Im August 1993 war es schließlich so weit. Die Gemeinde Ganderkesee hatte für den Umbau 215.000 DM bereitgestellt, der Falkenburger Architekt Ludwig Mester hatte die Bauplanung und Bauleitung übernommen und die Falkenburger Feuerwehrleute waren bereit, für ca. 140.000 DM Eigenleistungen an diesem Umbau zu erbringen.
Es wurde kräftig in die Hände gespuckt und bereits im September 1993 hing die Richtkrone über dem Gebäude. Aber erst 17 Monate später war der Umbau fertig. In diesen Monaten hatten die Falkenburger Feuerwehrleute an 134 Tagen - darunter 76 Sonnabende - ca. 5500 Stunden auf dem Bau gearbeitet. Sämtliche Zimmerer-, Dachdecker-, Elektro-, Leichtbau-, Fußboden- und Malerarbeiten wurden von Feuerwehrleuten durchgeführt und auch die restlichen Maurerarbeiten mussten noch erledigt werden, als die beauftragte Baufirma in Konkurs ging.
Aber auch Wehrfreunde halfen mit. Neben denn Architekten Ludwig Mester war es vorwiegend die Firma Meyer's Zimmerei von Günter Meyer, die kostenlos ihre Werkstatt, ihre Werkzeuge und ihren Fuhrpark zur Verfügung stellte. Herbert Stöver führte in seiner Freizeit sämtliche Sanitär-, Heizungs- und Klempnerarbeiten aus und Heiko Timmermann machte die nötigen Tischlerarbeiten.
Um das leibliche Wohl der Freizeitarbeiter kümmerte sich Familie Sabelgunst, die als Gerätewartfamilie nicht nur eineinhalb Jahre kein ruhiges Wochenende hatte, sondern auch jeden Sonnabend morgen für ein ausgezeichnetes Frühstück sorgte und damit an der guten Arbeitsmoral auf dem Bau großen Anteil hatte.
Als der Umbau am 17. Juni 1995 durch Bürgermeister Hans-Christian Schack und Gemeindedirektor Gerold Sprung feierlich übergeben wurde, konnte Ortsbrandmeister Horst-Dieter Meyer neben den Gemeinde- und Feuerwehrspitzen eine große Zahl von Dorfbewohnern, Nachbarn und Vereinsabordnungen begrüßen. Und die Falkenburger Feuerwehrleute konnten zufrieden feststellen, dass durch ihre eigene Arbeit neben einem großen Unterrichts- und Aufenthaltsraum, eine Teeküche, ein Büroraum, ein Lagerraum, eine Werkstatt, eine Damentoilette, ein Treppenhaus und ein dritter Fahrzeugstellplatz entstanden war. Alle Räume - auch die alten - waren frisch renoviert und die zwischenzeitlich gegründete Jugendabteilung hatte auch noch genügen Platz für die Unterbringung ihrer Ausrüstung bekommen.
Und alle waren sich einig, dass hier ein Feuerwehrhaus entstanden war, das auch dem Auge etwas bieten und damit zur Verschönerung des Dorfes beitragen würde.
 
Die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Falkenburg
 
Nach der Gründung im Jahre 1925 wurde die in Falkenburg stationierte „Gemeindespritze" an die neue Freiwillige Feuerwehr übergeben. Damit stand den Kameraden sofort ein „Einsatzfahrzeug" zur Verfügung. Diese Saug- und Druckspritze mit 300 Meter Schlauch musste von einem Pferdegespann zur Einsatzstelle gezogen und dort von jeweils 8 Mann im Wechsel bedient werden. Dies war eine schweißtreibende und kräftezehrende Arbeit und deshalb war man froh, dass die Motorisierung in der Wehr bereits im Jahr 1928 begann.
Nachdem es zunächst so aussah, als wenn das Geld nur für eine Motorspritze reichen würde, konnte dann doch mit finanzieller Unterstützung durch die Gemeinde und die Landesbrandkasse, und dank der Fürsprache des damaligen Vorsitzenden des Bezirksfeuerwehrverbandes Karl Stöver, Delmenhorst, neben einer tragbaren Leichtmotorspritze auch ein gebrauchter Magirus - Lastwagen von den Delmenhorster Margarinewerken erworben werden.
Die Motorspritze mit 12 PS hatte eine Förderleistung von 400 Litern/min. Der Margarinelaster hatte 45 PS, Vollgummibereifung und eine seitlich neben dem Führerhaus angebrachte Kulissenschaltung. Er musste von 2 Mann mit einer großen Handkurbel angeworfen werden und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 35 km/h.
Das Fahrzeug war allerdings nicht für die Unterbringung von feuerwehrtechnischem Gerät geeignet; deshalb wurde es von den Falkenburger Kameraden zunächst umgebaut. Heinrich Butt als Stellmacher, Hermann Meyer II als Mechaniker und Heinrich Peters als Schmied bauten aus dem alten LKW ein Feuerwehrfahrzeug, das die neue Pumpe, 4 Haspeln mit Schläuchen und 8 Feuerwehrmänner transportieren konnte. Da das Fahrzeug in offener Bauweise aufgebaut war, konnte es bei den rasanten Einsatzfahrten schon mal kalt werden. Deshalb beschloss man auf einer der nächsten Versammlungen, den „3 Fahrern" auf Kosten der Wehr Mützen zu beschaffen.
Aber auch die alte Handdruckspritze stand noch weiterhin für Einsätze zur Verfügung. Sie wurde erst 1938 durch ein weiteres motorisiertes Fahrzeug ersetzt.
Dieses Fahrzeug, ein gebrauchter 2,5 t-Bierlastwagen der Marke Hansa - Lloyd mit 70 PS Motorleistung und Luftbereifung, musste ebenfalls zunächst umgebaut werden. Aus einem offenen LKW entstand ein teilweise geschlossener Mannschaftswagen mit eingeschobener Tragkraftspritze. Die Umbauarbeiten verrichteten die Kameraden Hinni Pecht, Ernst Kramer, Karl Hempel und Hermann Meyer II offenbar so gut, dass im Protokollbuch von einem „Schmuckwagen" die Rede ist, der die Schlagkraft der Wehr bedeutend erhöhte.
Anfang 1943 erhielt die FF Falkenburg ein weiteres Fahrzeug, ein Löschfahrzeug mit eingebauter 800 l/min-Pumpe. Dieses LF 8 und der Hansa - Lloyd-Mannschaftswagen mussten sich in den letzten Kriegsjahren als Einsatzfahrzeuge im fast täglichen Einsatz bewähren. Neben Großbränden im Ort und der näheren Umgebung, standen auch Einsatzfahrten nach Wilhelmshaven und Bremen auf der Tagesordnung.
Über das Schicksal beider Fahrzeuge ist im Protokollbuch folgendes vermerkt:
„Bei Einrücken des Feindes wurde das ältere Fahrzeug demoliert und den neuen Wagen haben unsere Besieger mitgenommen und wurde nicht wieder gesehen. So stand wir am Schluß des Krieges vor dem nichts, so dass wir von vorn wieder anfangen mussten."
Für den Neuanfang nach dem Kriege bekam die Wehr 1946 ein gebrauchtes Löschfahrzeug LF 15 der Marke Magirus mit eingebauter Pumpe, Wassertank und angehängter Schlauchhaspel, das während des Krieges schon in Wilhelmshaven im Einsatz war. Dieses Fahrzeug wurde in Falkenburg bis 1965 eingesetzt und dann an die 1959 neu gegründete Nachbarfeuerwehr Dingstede abgegeben. Auch in Dingstede war das LF 15 noch zehn Jahre im Einsatz.
Als Ersatz für das LF 15 erhielt die Feuerwehr Falkenburg 1965 zu ihrem 40-jährigen Bestehen ein Löschgruppenfahrzeug LF8-TS mit 8OO l/min-Frontpumpe und eingeschobener Tragkraftspritze TS 8/8. In seiner Ansprache zu diesem Ereignis betonte Ortsbrandmeister Alfred Meyer, dass nun nach 40 Jahren erstmals ein fabrikneues Einsatzfahrzeug an die Wehr übergeben worden sei. Alle bisherigen Einsatzfahrzeuge seien gebraucht gekauft und in mühsamer Eigenarbeit durch Kameraden zu tauglichen Feuerwehrfahrzeugen umgebaut worden.
Als 1963 im Zuge der Kuba-Krise vom Bund Luftschutz-Feuerwehrbereitschaften eingerichtet wurden, bekam die Wehr Falkenburg ein zweites Fahrzeug, und zwar ein Vorauslöschfahrzeug(VLF) auf Unimog Fahrgestell mit einer Seilwinde und einem 800-Liter-Wassertank. Dieser Wagen war häufig mit der Seilwinde im Einsatz. Meistens ging es darum, Fahrzeuge zu bergen oder umgestürzte Bäume zu beseitigen. Im Zuge der Neuformierung der 2. Kreisfeuerwehrbereitschaft wurde das Fahrzeug 1975 zu einem Hilfsrüstwagen umgebaut und - zum Bedauern der Falkenburger Kameraden - an die FF Altmoorhausen abgegeben.
Als Ersatz übernahm die Falkenburger Wehr 1975 zu ihrem 50-jährigen Jubiläum ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF 8 S) vom Landkreis Oldenburg. Kreis- und Bezirksbrandmeister Jan Fink hatte sich dafür stark gemacht, alle Feuerwehren des Landkreises mit einem Tanklöschfahrzeug auszustatten und sie damit für den Ersteinsatz optimal auszurüsten. Davon profitierten auch die Falkenburger, denn das neue Fahrzeug erhöhte die Schlagkraft der Wehr bei Brandeinsätzen ganz wesentlich. Mit 2400 Liter Wasser und 60 Liter Schaummittel an Bord war es für den Ersteinsatz bestens geeignet und fortan bei Einsätzen nicht mehr wegzudenken. Dieses Fahrzeug, mittlerweile 25 Jahre alt, ist noch heute im Einsatz.
Ende der siebziger Jahre wurde der Wehr ein Rüstwagenanhänger (RWA) mit Notstromaggregat, hydraulischem Rettungsgerät, Greifzug und umfangreicher Hilfeleistungsausrüstung zur Verfügung gestellt, um bei Verkehrsunfällen auf der neuen Autobahn A28 und der Bundesstraße B75 die technischen Hilfeleistungen besser bewältigen zu können.
Um bei derartigen Einsätzen auch das nötige Personal auf die Autobahn transportieren zu können, reifte in der Falkenburger Wehr der Wunsch nach einem Mannschaftstransportwagen. Da die Gemeinde Ganderkesee für solch ein Fahrzeug kein Geld hatte, wurde mit Hilfe der Wehrfreunde und dem Überschuss des 1975 durchgeführten Kreisfeuerwehrtages eine Fahrzeugbeschaffung ermöglicht. 1976 konnte die Feuerwehr Falkenburg - dank der großzügigen Spenden ihrer Wehrfreunde - als drittes Fahrzeug einen neuen VW-Bus mit 9 Sitzplätzen als Mannschaftstransportwagen (MTW) in Dienst stellen.
Das LF 8 aus dem Jahre 1965 wurde 1989 durch ein modernes und größeres LF 8-TS auf Mercedes-Fahrgestell ersetzt. Dieses neue Fahrzeug wurde so konzipiert, dass es neben der feuerwehrtechnischen Normbeladung auch eine Zusatzbeladung für die technische Hilfeleistung aufnehmen konnte. Das umständliche Hantieren mit dem Geräteanhänger war damit nicht mehr erforderlich. Rettungsschere und Spreizer wurden mit einer Schnellangriffseinrichtung ausgestattet; sie waren damit bei Verkehrsunfällen viel schneller einsetzbar.
Der VW-Bus wurde 1996 bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall so schwer beschädigt, dass eine Reparatur an dem 20 Jahre alten Fahrzeug nicht mehr lohnenswert war. Es musste kurzfristig ein Ersatzfahrzeug beschafft werden, denn auch die inzwischen gegründete Jugendfeuerwehr konnte auf ein Mannschaftstransportfahrzeug nicht mehr verzichten.
Um möglichst schnell einen Ersatz zu bekommen, wurde der Gebrauchtwagenmarkt in Anspruch genommen. Als schließlich ein geeignetes Fahrzeug - wieder ein VW-Bus - gefunden war, konnte die Beschaffung ebenfalls nur mit einer kräftigen Unterstützung aus der Wehrfreundekasse ermöglicht werden.
Der Umbau des Fahrzeugs zu einem Feuerwehrfahrzeug wurde - wie schon bei so vielen Fahrzeugen in der Falkenburger Wehr - teilweise von Feuerwehrkameraden durchgeführt.
Heute sind folgende Fahrzeuge im Einsatz:
1 Löschgruppenfahrzeug LF 8 mit Zusatzbeladung TH (Bj. 1989)
1 Tanklöschfahrzeug TLF 8 mit 2400 Liter Wasserbehälter (Bj. 1975)
1 Einsatzleitwagen/Mannschaftstransportwagen ELW/MTW (bj. 1993).
Liebe Leser, wenn Ihnen aufgefallen ist, dass die Fahrzeuge in der Freiwilligen Feuerwehr Falkenburg alle sehr alt geworden sind, so liegt dies nicht nur an der relativ geringen Kilometerleistung von Feuerwehrfahrzeugen. Erheblichen Einfluss hat hierbei auch die gute und sorgfältige Fahrzeugpflege durch die Gerätewarte.
Gerätewarte nach dem Kriege waren bzw. sind: Herbert Auffarth (bis 1949), Jans Janhsen (1949 - 1985), Herbert Sabelgunst (1986 - 1996) und Detlef Sabelgunst (1996 -heute).
Ihnen gilt ein herzliches Dankeschön für ihre Arbeit.
 
 
Donnerstag, 09. September 2010
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